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Samstag, 23. Oktober 2010

"Ein Desaster für die ganze Welt" - die Welle setzt sich wieder in Bewegung

Die Geschichte scheint sich zu wiederholen - wie ich in meinem Buch "Verlorenes Vertrauen - Das Tsunami Modell der Krise - Goldegg Verlag" beschrieben habe, gibt es bestimmte Warnzeichen für Finanzkrisen. Erstaunlich ist für mich daher, dass jeder glaubt, dass die Krise überwunden sei. Aktienkurse befinden sich auf einem Höhenflug, das Vertrauen der Investoren in die Banken scheint wieder hergestellt zu sein.

 Doch die Warnzeichen stehen wieder auf Sturm. Wer genau die Meldungen der letzten Tage verfolgt, der wird mit folgenden Schlagworten konfrontiert werden: "Akt der Verzweiflung" - Zitat der Presse als Japans Notenbank Chef Maasaki Shirakawa den Leitzinssatz von 0,1% auf 0% senkt. Die Wirtschaftswoche titelt in ihrer Oktober Ausgabe (Nr 41 - 11.10.2010) "Ein Desaster für die ganze Welt" - über die lockere Geldpolitik der USA. Entsprechend meinem Modell hat sich die Krise wieder einmal ausgeweitet.

Kurzer Rückblick - zuerst sprachen wir von einer Immobilienkrise. Dannach folgte die Bankenkrise, die zu einer Realkrise und in der Folge sich zu einer Staatskrise  (siehe Griechenland, Spanien, Irland) ausweitete. Nun sprechen wir schon von einer globalen Währungskrise. Wie sie sehen hat die Krise nur ihre Form verändert und weiter an Kraft gewonnen - genau wie es mein Modell voraussagt. Was aber ist die Konsequenz? Nur Geld in das System zu pumpen, wie es derzeit alle Regierungen praktizieren  und die Zinssätze zu senken ist zu kurz gegriffen. Das heizt das System nur noch mehr an. Es wird Zeit, dass wir uns intensiv mit der Frage auseinandersetzen, wie wir wieder Geld aus den System nehmen, sonst fürchte ich wird der nächste Tsunami mit noch zerstörerischer Kraft als bisher auf uns hereinbrechen.

Sonntag, 15. August 2010

Im freien Fall - von Joseph Stiglitz

Joseph Stiglitz, immerhin der Wirtschaftsnobelpreisträger von 2001,  kommt in seinem Buch "im freien Fall" auf sehr ähnliche Schlüsse wie ich. Auch für ihn sind es nicht allein die Fehlanreize und die krasse Profitgier, wie meistens behauptet, die zur Finanzkrise geführt haben. Auch er stellt sich die Frage, wer oder was ist eigentlich Schuld an der Finanzkrise. Er kommt dabei auf die gleiche Schlussfolgerung,  wie ich in meinem Buch "Verlorenes Vertrauen" - in seinem Buch deutet er als ein "eklatantes Beispiel für Marktversagen und damit für ein allegemeines Versagen des amerikanischen Wirtschaftssystems".

Es freut mich natürlich sehr und bestätigt mich, dass auch Jospeh Stiglitz die Ursache der Krise neben dem menschlichen Versagen im System selbst sieht. Genau zu diesem Schluss bin ich ja auch in meinem Buch gekommen. Ich gehe sogar noch weiter - am 11.9.1989 mit dem Fall der Berliner Mauer ist allen klar geworden, dass die reine Planwirtschaft als Wirtschaftsansatz versagt hat - am 15.09.2008 ist für mich klar geworden, dass die Marktwirtschaft als Wirtschaftssystem versagt hat. Aber wie geht es nun weiter und was sind die Folgen für uns alle daraus?

Mehr davon nächste Woche