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Sonntag, 21. November 2010

Euro oder Neuro ? - die Krise ist noch lange nicht vorbei

Anlässlich eines Vortrages am Anfang diesen Jahres, der von meiner 5SterneRedner Agentur vermittelt wurde, stellte ich mein Konzept des Tsunamis vor. Ich führte durch die wichtigsten Elemente meines Modells und erklärte wie sich die Bausteine des Finanztsunamis gegenseitig verstärken. Dabei stellte ich die Hypothese auf, dass die Finazkrise sich immer schneller ausdehnt und dass wir erst die Spitze des Eisberges sehen. Sprachen wir zu Beginn noch von einer Immobilien Krise, so wechselte dann die Krise in eine der schlimmsten Bankenkrisen die die die gesamte Finanzwelt bedrohte. Nicht viel später wurde schon der Rettungsschirm, den Europa bereitstellte als unzureichend betrachtet und wir sprachen von einer Vertrauenskrise. Nun sehen wir sogar die Zahlungsfähigkeit einzelner Staaten in Gefahr und reden von einer Eurokrise.

Ich sprach damals schon das Problem an und meinte, dass sogar der Euro unter Druck kommen könnte. Mein Argument bezog sich dabei nicht so sehr auf den Wechselkurs per se, sondern vielmehr auf die Stabilität des Europaktes. Meiner Meinung müssen wir durchaus mit einem Szenario rechnen, dass Staaten aus dem Europakt austreten oder ausgeschlossen werden und es so was wie einen starken Euro und einen weichen Neuro gibt. Dies ist nämlich eine der wenigen Optionen,wie Staaten sich elegant ihrer Schulden entledigen können. Zusätzlich könnten die wenig verschuldeten Länder die hochverschuldeten aus dem Euro ausschließen und so einen harten Euro und einen weichen Neuro schaffen. Der Vorteil, die Zinsen für den harten Euro wären wesentlich geringer als für den weichen Neuro.

Wenn ich die derzeitige Diskussion über Irland verfolge, so sind wir diesem Szenario schon recht Nahe.

Samstag, 30. Oktober 2010

Ein Lichtblick - Berlin meint Banken sollen bluten

Ich kann Berlin zu dieser Einsicht nur gratulieren. Zwar ist es für mich nicht nachvollziehbar was nun die späte Wendung  bei der Bundeskanzlerin Angela Merkel bewirkt hat, aber die Geisteshaltung, die hinter dieser reißerischen Titulierung steckt, ist nachvollziehbar. So fordert Merkel vehement die Schaffung eines Verfahrens, in dessen Rahmen hoch verschuldete Länder im Euroraum auch in Insolvenz treten können. Dies würde in letzter Konsequenz bedeuten, dass die Schuldner, allen voran wahrscheinlich internationale Banken, ihre Forderungen abschreiben müssen.

Wie ich bereits mehrmals in meinem Blogg erwähnt habe, so finde ich es unabdingbar, dass Banken bzw. auch Staaten in eine geordnete Insolvenz gehen können. Es macht weder volkswirtschaftlich noch aus Sicht effizienter Märkte einen Sinn, wenn Gläubiger zu 100% befriedigt  und die Schulden auf den Steuerzahler umgewälzt werden. Wenn etwas die Finanzkrise gezeigt hat, dann: „Too big to Fail“ ist einer der großen Irrtümer der letzten Jahrzehnte in der Wirtschaftswissenschaft und  wir sollten dieses veraltete Konzept endlich über Bord werfen.

Der Zeichner von riskanten  Anleihen  bekommt dadurch eine risikofreie Prämie, schließlich hat  er Zinsen für das eigegangene Risiko als auch 100% Kapitalrückführung am Ende erhalten. Einige wenige profitieren überdurchschnittlich und viele zahlen drauf. Dies erinnert mich frappant  an ein staatlich gefördertes Ponzi Schema, und dies wird von den meisten europäischen Politikern nun auch noch gefördert.

Daher freut es mich, dass sich Frau Angela Merkel für die Behebung diese Unsinns auf Europa Ebene einsetzt. Hätten nur mehr Politiker diesen Weitblick!