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Donnerstag, 2. Juli 2015

GrExit oder wie man gestärkt aus der Krise kommt

Ich studiere derzeit am IMD berufsbegleitend und habe daher auch die Möglichkeit mich mit Professoren wie Carlos Braga, Professor für internationale Politikwissenschaft oder Ralf Boschert, Professor für  Wirtschaftswissenschaft auszutauschen. Es ist sehr interessant, wie diese Experten die Griechenland Krise sehen.

Ich habe schon 2011 in meinem Blog "Man soll keine Euros nach Athen" tragen, auf die Schwierigkeit verwiesen, Griechenland mit weiteren Geldmitteln aus dem Schlamassel zu helfen. Die aktuellen Ereignisse aber auch die Ignoranz  der europäischen Politik, über die Konsequenzen nachzudenken, hat zu einer dramatischen Verschlimmerung der Lage geführt. Meiner Meinung nach wird ein Austritt Griechenlands aus dem Euro immer absehbarer.

Was sind die wesentlichen Merkmale meines Arguments? Es ist, wenn man sich die Geschichte erfolgreicher Sanierungen von Staaten  anschaut, evident, dass Staaten wie auch Firmen nicht allein über Kosteneinsparungen saniert werden können. Wenn ein Saat, wie  Griechenland, keinen Wettbewerbsvorteil  hat und damit seine im Land produzierten Produkte und Dienstleistungen am Weltmarkt  nicht Konkurrenz fähig sind, ist es einfach nicht möglich die Wirtschaftsleistung  durch radikale Senkungen der Ausgabenseite zu stärken. Griechenland aber auch die Troika und vor allem die anderen europäischen Statten, müssten die derzeitige Krise als Chance begreifen, den Euro und damit den Wirtschaftsraum Girechanland zu stärken, in dem sie Griechenland ziehen lassen. Man muss aus einer Krise gestärkt hervorgehen und nicht geschwächt!

Für Griechenland selbst ist meiner Meinung nach ein Austritt aus dem Euro und damit eine Einführung einer eigenen Währung die einzige Möglichkeit gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Nachdem die griechische Industrie nur durch eine massive Abwertung der Währung am Weltmarkt gegenüber China, Asien und Europa reüssieren kann, hilft es nicht durch massive Kosteneinsparungen sie Innennachfrage zu schwächen. Vielmehr müssten die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Griechenland gestärkt und damit die Wirtschaftsleistung angekurbelt werden. Endlose Schlangen von den Bankomaten und die Sorge sein gesamtes Geld zu verlieren sind dafür kein guter Nährboden. 

Sonntag, 15. März 2015

Steht uns ein Krexit bevor?

Nach der Entscheidung des Finanzministers, die Schulden der ehemaligen Hypo Alpe Adria, jetzt Heta, nicht mehr zu bedienen bezeichnet die britische Zeitung "The Telegraph" Österreich als „Mini-Griechenland, das im Herzen Europas ausbricht“. Kärnten werde zügig zu Europas neuem Schulden-Albtraum.

Es ist interessant zu sehen, wie schnell sich die politische Meinung ändern kann. Bis vor kurzem wurde einhellig von Finanzexperten und Spitzenpolitikern behauptet, dass die Hypo Alpe Adria eine systemrelevante Bank und daher um jeden Preis  zu halten sei.  Dafür wurden Milliarden in die Hand genommen und in die marode Bank gesteckt. Nun sind nicht nur die Milliarden verloren, sondern auch das Land Kärnten mit seinen umfassenden Haftungen, läuft Gefahr in Konkurs zu gehen. Droht uns daher ein Krexit, ein Konkurs Kärntens ähnlich wie in Griechenland?

Dass ein Land sehr wohl in Konkurs gehen kann, kann man schon an der jüngsten Finanzgeschichte sehen. Am 14. Dezember 1994 musste Orange County, ein Bezirk im US Bundesstatt Kalifornien Bankrot anmelden. Der damalige politischer Leiter, Robert L. Citron hat dabei mit komplexen Zinsspekulationen das Steuergeld des einst reichen Bezirkes durchgebracht und damit konnte seine Gemeinde die angehäuften Schulden nicht mehr bedienen. Ähnliches droht nun Kärnten, nachdem die politischen Verantwortlichen mit Garantien die Expansion der lokalen Landesbank unterstützt haben und dabei kräftig eingefahren sind.

Aber ist der Vergleich Kärnten mit Griechenland wirklich fair? Wohl kaum. Während Kärnten durch Misswirtschaft und politisches Unvermögen in die Misere geschlittert ist, hat Griechenland vor allem durch die schlechte Wettbewerbsfähigkeit seiner Wirtschaft und die damit verbundene Notwendigkeit Schulden zu machen, die heutige Situation herauf beschworen. Zusätzlich hat der Euro und die damit verbundene Möglichkeit sich billig zu verschulden, seinen Beitrag dazu geleistet. Sowohl Kärnten als auch Griechenland haben lange Zeit  über ihre Verhältnisse gelebt. Jedoch sind die Ursachen ihrer Misere sehr unterschiedlich, bei dem einen Missmanagement und bei dem anderen fehlende Wettbewerbsfähigkeit. Beide Länder in einen Topf zu werfen, greift daher zu kurz.