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Sonntag, 15. März 2015

Steht uns ein Krexit bevor?

Nach der Entscheidung des Finanzministers, die Schulden der ehemaligen Hypo Alpe Adria, jetzt Heta, nicht mehr zu bedienen bezeichnet die britische Zeitung "The Telegraph" Österreich als „Mini-Griechenland, das im Herzen Europas ausbricht“. Kärnten werde zügig zu Europas neuem Schulden-Albtraum.

Es ist interessant zu sehen, wie schnell sich die politische Meinung ändern kann. Bis vor kurzem wurde einhellig von Finanzexperten und Spitzenpolitikern behauptet, dass die Hypo Alpe Adria eine systemrelevante Bank und daher um jeden Preis  zu halten sei.  Dafür wurden Milliarden in die Hand genommen und in die marode Bank gesteckt. Nun sind nicht nur die Milliarden verloren, sondern auch das Land Kärnten mit seinen umfassenden Haftungen, läuft Gefahr in Konkurs zu gehen. Droht uns daher ein Krexit, ein Konkurs Kärntens ähnlich wie in Griechenland?

Dass ein Land sehr wohl in Konkurs gehen kann, kann man schon an der jüngsten Finanzgeschichte sehen. Am 14. Dezember 1994 musste Orange County, ein Bezirk im US Bundesstatt Kalifornien Bankrot anmelden. Der damalige politischer Leiter, Robert L. Citron hat dabei mit komplexen Zinsspekulationen das Steuergeld des einst reichen Bezirkes durchgebracht und damit konnte seine Gemeinde die angehäuften Schulden nicht mehr bedienen. Ähnliches droht nun Kärnten, nachdem die politischen Verantwortlichen mit Garantien die Expansion der lokalen Landesbank unterstützt haben und dabei kräftig eingefahren sind.

Aber ist der Vergleich Kärnten mit Griechenland wirklich fair? Wohl kaum. Während Kärnten durch Misswirtschaft und politisches Unvermögen in die Misere geschlittert ist, hat Griechenland vor allem durch die schlechte Wettbewerbsfähigkeit seiner Wirtschaft und die damit verbundene Notwendigkeit Schulden zu machen, die heutige Situation herauf beschworen. Zusätzlich hat der Euro und die damit verbundene Möglichkeit sich billig zu verschulden, seinen Beitrag dazu geleistet. Sowohl Kärnten als auch Griechenland haben lange Zeit  über ihre Verhältnisse gelebt. Jedoch sind die Ursachen ihrer Misere sehr unterschiedlich, bei dem einen Missmanagement und bei dem anderen fehlende Wettbewerbsfähigkeit. Beide Länder in einen Topf zu werfen, greift daher zu kurz. 

Sonntag, 24. Juni 2012

Druckt Deutschland heimlich DM-Scheine?


In meinem Bekanntenkreis bin ich auf folgenden Artikel aufmerksam gemacht worden "Neue DM heimlich gedruckt" (MMNews), wo spekuliert wird Deutschland bereitet sich auf den Austritt aus dem Euroraum vor und lässt heimlich neue DM - Scheine drucken.

Das große Interesse an diesem Artikel zeigt, wie stark die Verunsicherung ist und wie wenig die Fachmedien noch die Experten zur Aufklärung beitragen. Dabei ist es eigentlich nicht schwer. Wie würde man einen Austritts Griechenlands aus der Währungsunion organisatorisch abwickeln? Diesbezüglich gibt es sogar aus der jüngeren Geschichte ein recht gutes Beispiel: Auf Grund der wirtschaftlichen Ungleichgewichte zwischen den Teilstaaten der Tschechei und Slowakei, der damit einhergehenden Flucht von slowakischen in tschechische Bankeinlagen und des sich beschleunigten Abflusses von Fremdwährungsreserven, entschloss sich die tschechische Regierung zum Austritt aus der Währungsunion und gab am 2. Februar 1993 die Aufgabe der Krone bekannt (sehr gut beschrieben von  Dedek et al., 1996). Um ein massive Kapitalflucht zu verhindern, wurden alle Zahlungen zwischen den beiden Staaten unterbunden und die Grenzkontrollen verstärkt. Während der Umtauschperiode vom 4. -7.Februar 1993 (Donnerstag bis Sonntag) wurden die alten Banknoten durch das Aufkleben von Wertmarken in die neue Währung umgewidmet. Die maximal umtauschbare Menge wurde begrenzt und der Rest musste auf Bankkonten einbezahlt werden und wurde dann digital umgestellt.

Was heißt das nun für Griechenland? Da der Austritt aus der Währungsunion überraschend geschehen muss und am ehesten  an einem Feiertag oder Sonntag durchgeführt werden wird, ist es einfach logistisch unmöglich bereits am Tag der Umstellung neue Banknoten bereitzustellen. Daher wird man die bestehenden Eurobanknoten weiter verwenden, aber mit einem Stempel als Neue Griechische Drachme (NGD) kennzeichnen. Alle Geschäfte und Lokale akzeptieren weiterhin die bestehenden Euroscheine im Inland geben aber nur noch mit NGD Stempel versehen Euroscheine zurück. Banknoten die am Geldschalter oder Geldautomaten erhältlich sind wurden im Vorfeld bereits gestempelt. Gleich wie in der Slowakei können somit  alle Spareinlagen quasi über Nacht umgestellt werden. Zwar ist es für Griechenland schwieriger den Grenzverkehr zu kontrollieren  um einen massiven Euroabfluss zu verhindern, aber in diesem Falle würde für eine Übergangszeit das Schengenabkommen außer Kraft gesetzt werden.  

Fazit - ein Austritt Griechenlands ist technisch relative einfach zu bewältigen und es müssen nicht, wie vielfach behauptet wird, ungeheure Geldmengen im Vorfeld gedruckt werden. Darüberhinaus würde es sehr schnell zu einer Abwertung der NGD gegenüber dem Euro kommen und damit hätte Griechenland eine realistische Chance, die im Land erzeugten Produkte im Ausland abzusetzen und damit die Wirtschaft anzukurbeln.

Dienstag, 17. Januar 2012

Eurodämmerung

Es ist doch erstaunlich, wie schnell sich die Dinge  verändern können. Gerade noch vor wenigen Tagen meinten  Experten und Politiker nun endlich die Lösung gefunden zu haben und freuten sich über die entspannte Lage. Nachdem aber die Rating Agentur Standard & Poor's nun  einigen europäischen Staaten die Bestnote entzogen und im Rettungsschirm Löcher entdeckt hat, kommt nun grosses Wehklagen auf. Dabei hat Standard & Poor's nur das aufgezeigt, was jedermann schon wusste. Griechenland ist abgebrannt und die Schuldenbremse zieht nicht!

Ich war und bin erstaunt, wie blauäugig und zum Teil unbeholfen die Politik an die Sache heran geht. Anstatt einen klaren Plan vorzulegen, wie man europaweit nun die Schulden abbauen und mit Griechenland umgehen will,  sprechen unsere Politiker und Entscheidungsträger von einer Verschwörung der Rating Agenturen. Schon allein die Wortwahl Schuldenbremse bringt jedoch die  Fehleinschätzung unserer Politiker zum Ausdruck. Anstatt sich den Kopf zu zerbrechen, wie man mittelfristig die aufgenommen Mitteln wieder rückführen kann, sollen weiterhin noch mehr Schulden angehäuft werden, nur langsamer. Niemand spricht vom Schuldenabbau, sondern jeder nur von Schuldenbremse und dies nun im Verfassungsrang. Dass dies eine Ratinagentur nicht zufrieden stellen kann, muss jedem  einleuchten.

Ich sehe die derzeitige Situation wie die Götterdämmerung. Das Ende ist nahe, die alte Finanzwelt wird von grossen Ereignissen erschüttert, doch noch ziehen die mutigen Krieger in die verlorene Schlacht und reden sich Mut zu -  schöne Eurodämmerung!

Dienstag, 23. August 2011

Griechenland ist abgebrannt -aber was tun?

Die Frage die sich alle derzeit stellen, ist die Frage ob Griechenland das erste Opfer einer Welle ist, die ähnlich einem Tsunami wieder über die Finanzwelt hereinbricht oder kann durch die Rettung Griechenlands die Welle gestoppt werden?

Um diese Frage fundiert beantworten zu können, muss man sich mit der Entstehung der Krise beschäftigen und welche Kräfte in einem solchem Tsunami wirken. Ich habe in den letzten Jahren durch die Analyse der größten Finanzkrisen des 21.Jahrhunderts ein Modell entwickelt, das vielleicht Aufschluss darüber geben kann. Natürlich handelt es sich bei diesem Modell nur um eine
vereinfachte Form der Wirklichkeit trotzdem sind einige Aussagen, die man daraus ableiten kann, auch auf die derzeitige Situation anwendbar.

Eine der ersten Aussagen, die ich schon letztes Jahr publiziert habe, ist die Annahme, dass die Eurorzone in zwei Währungsblöcke verfallen wird. Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus meinem Modell ist nämlich, dass durch die
internationale Vernetzung der Finanzwelt und durch den bewusst forcierten Abbau von Schranken und Kontrollen unter der Reagan Area, die Möglichkeit national einzugreifen, nicht mehr gegeben ist. Wie muss man sich das vorstellen? In den 90er Jahren wurde unter dem Titel "Neoliberalismus" die Finanzwelt revolutioniert und damit auch die Türen und Toren geöffnet für innovative Produkte wie CDOs (Credit Default Obligations) CDS (Credit Default Swaps), ABS (Asset Backed Securities ) und wie sie so heißen mögen. Damit wurde ein Prozess in Gang gesetzt, der ähnlich einem Erdbeben im Meer, eine Welle von zerstörerischen Kräften auslöste. Als nun diese Welle die ersten Schäden unter der amerikanische Wirtschaft anrichtete, musste der amerikanische Notenbank Chef Alan Greenspan mit Schrecken feststellen, dass er nicht mehr in der Lage ist die Situation in den Griff zu bekommen. Durch die globale Vernetzung der Finanzmärkte und die damit verbundene rasche Weitergabe von Finanzprodukten, die Warren Buffet trefflich als "Instrumente der Massenvernichtung" bezeichnet hat, war die amerikanische Regierung nicht mehr in der Lage schützend einzugreifen.

Was heisst dies nun auf die heutige Situation in Europa? Die Politiker in Eurpoa mussten durch Irland und Griechenland zu nächst einmal schmerzhaft feststellen, dass ein einzelnes Land mit der Krise nicht mehr umgehen kann und
haben daher in einer ersten Panik beschlossen landerübergreifend zu agieren und einen europäischen Schutzschirm aufzuspannen. Jedoch haben sie sich viel zuwenig mit der wahren Ursachen beschäftigt. Denn hätten sie das, wären sie darauf gekommen, dass wann immer in der Vergangenheit versucht wurde das Risiko auf die nächst höhere Ebene zu übertragen, sich das Problem nur noch weiter verschärft hat. Dies ist die nächste Erkenntnis aus meinem Modell: Die Idee mit Geld und Garantien auf europäischer Ebene das Problem zu lösen, funktioniert so leider nicht. Es ist als ob man ein Feuer mit Benzin löscht und man sich dann wundert, warum es umso stärker brennt. Wenn man diese Zusammenhänge einmal verstanden hat, wird einem klar, dass die Lösung nur sein kann, die enormen Geldmengen die man aus Verzweiflung und Panik in das System gepumpt hat, wieder aus dem System zu nehmen. Also anstatt Schulden auszubauen sollte man Schulden abbauen. Nachdem mittlerweile sich aber ein unabbaubarer Schuldenberg europaweit angehäuft hat und auch durch Sparmassnahmen beim besten Willen diese Schulden nicht getilgt werden können, besteht die einzige Option, durch eine Währungsreform die enormen Belastungen zu kürzen. Daher wird es meiner Meinung nach unumgänglich sein, dass sich die Politiker in Europa mit dieser Option auseinandersetzten auch wenn dies im ersten Blick utopisch klingen mag. Je früher, desto besser für uns alle!

Dienstag, 12. Juli 2011

Frage an Frau Fekter - wer bekommt unser Geld?

In der 113. Sitzung des Nationalrates nahm Maria Fekter zum Thema " Griechenlandhilfe" Stellung. Dass Österreich mit den an Griechenland vergebenen Krediten ein Geschäft machen wollte, habe niemand behauptet, hielt Fekter fest: Sie hätte nur darauf hingewiesen, dass den österreichischen SteuerzahlerInnen bislang kein Geld abhanden gekommen sei, sonder im Gegenteil 31. Mio € an Zinsen eingenommen wurden ( aus PK-Nr. 704/2011)

Durch diese Ausführungen der Finanzministerin werden zwei Dinge suggeriert, die es meiner Meinung nach gilt kritisch zu hinterfragen. Durch den Titel Hilfspaket glaubt man, dass hier tatsächlich dem griechischen Volke in einer schweren Zeit unter die Arme gegriffen wird und das Geld auch nach Griechenland kommt. Aber dies ist falsch. Die Europäische Zentralbank bezifferte schon vor der Rettungsaktion den Finanzbedarf Griechenlands allein für das Jahr 2010 auf 61,5 Milliarden €. Davon würden 27,7 Milliarden € zur Schuldentilgung an internationale Gläubiger gezahlt werden. 12,2 Milliarden € würden für Zinszahlungen an diese Gläubiger anfallen. Die restlichen 21,6 Milliarden € müssen zum Ausgleich des den Staatshaushaltes herhalten, also für die Löhne und Gehälter der Beamten. Damit sieht der griechische Bürger sehr wenig von den Milliarden, die nun bereit gestellt werden sollen. Der Löwenanteil fliesst an Finanzinstitute vorallem ausserhalb Griechenlands. Inoffiziellen Schätzungen nach schuldet der griechische Staat 48 Milliarden € griechischen Instituten. 240 Milliarden € fallen demnach an international Schuldner, vor allem Banken und Versicherungen.

Zusätzlich wird der Eindruck vermittelt, dass der griechische Staat seinen Zahlungsverpflichtungen nachkomme. Auch dies ist nicht unbedingt der Fall. Fakt ist vielmehr, dass Österreich sich verpflichtet hat dem Rettungspaket (Schutzschirm) der EU beizutreten. Dieser Schutzschirm umfasst einen Betrag von rund 750 Milliarden €, wobei 60 Milliarden Euro aus dem Gemeinschaftshaushalt der EU kommen, den die europäische Kommission verwaltet. Streng genommen stimmt die Aussage von Frau Fekter daher leider auch nicht. Durchgerechnet zahlen wir unsere Zinsen selbst und darüberhinaus noch eine Beitrag in das Haushaltsbudget der EU. Wirtschaftlich ist dies noch mehr einleuchtend. Wie soll ein Staat der zahlungsunfähig ist seine Zinsen auch zahlen? Dies kann er nur tun, wenn jemand ihm Geld borgt und er in der gleichen Sekunde dieses Geld wieder jemanden anderen weiterreicht.

Klingt alles sehr nach Ponzi - Schema? Ist es auch, nur diesmal ein von der euoropäischen Regierungen gewolltes Spiel mit zweifelhaften Ausgang!



Samstag, 4. Juni 2011

Man soll keinen Euro nach Athen tragen!

Finanzkrise, Griechenland, Rettungsschirm, Bail Out
Der Spruch "man soll keine Eulen nach Athen tragen" geht der Überlieferung nach auf Aristophanes zurück. Generell wird dieser Spruch meistens so ausgelegt, dass man nicht Weisheit nach Athen bringen muss. Es gibt auch auch die Interpretation, dass sich der Spruch auf Geld beziehe, weil auf einer der ersten Münzen in Athen, gleich wie heute auf dem griechischen Euro, eine Eule zu sehen war. Damit kann man mit gutem Gewissen den Spruch in "man soll keinen Euro nach Athen tragen" abändern.

Wenn ich mir heute die Diskussion um das Hilfspaket für Griechenland anschaue so offenbart dieser Spruch seine tiefere Bedeutung. Noch im November 2010 sagte Michael Eilfort von der Stiftung Marktwirtschaft: "Rendite und Risiko gehören zusammen. Das gelte selbstverständlich auch für Banken und andere Zeichner von hochrentierlichen Anleihen - etwa Griechenland und Irland". Daher ist die deutsche Forderung nach einem Abschlag bei Griechenanleihen durchaus gerechtfertigt und nachvollziehbar.

Die Frage ist nur, warum sträuben sich dann soviele Experten gegen diese Lösung. Als Argument wird immer wieder angeführt, dass damit das europäische Bankensystem auf dem Spiel steht, da viele Banken Griechenland Anleihen in ihrem Portfolio haben. Dies scheint mir aber nicht schlüssig. Viele der Banken haben die Möglichkeit genutzt, die ihnen die Zentralbank bot und haben ihre griechischen Schrottanleihen an die Notenbanken verkauft. Dami haben zwar jetzt die Nationalbanken und damit wir Steuerzahler das Problem, aber weniger die einzelnen Finanzinstitute. Ich fürchte noch viel schlimmeres. Meine Vermutung ist, dass vielen Banken, wahrscheinlich in den letzten Monaten, CDS (Credit Default Swaps - eine Art Versicherung) auf Griechenland verkauft haben, darauf vertrauend, dass sowieso der 750 Milliarden Euro Rettungsschirm der EU einspringen wird. Wenn meine Vermutung stimmt, dann haben wir ein viel grösseres Problem als bis jetzt in der Öffentlichkeit bekannt und zugegeben wird. Dies würde auch erklären, warum die Experten verzweifelt versuchen einen Abschlag zu vermeiden, weil dann tatsächlich das europäische Bankensystem am Spiel steht. Es wird Zeit sich hier Klarheit zu verschaffen, zumal wenn meine These zutreffen sollte, wir auf den nächsten Tsunami zusteuern.

Sonntag, 22. Mai 2011

Weiß doch jedes Kind, dass Banken unsicher sind

In meinem Blog "Euro oder Neuro" vom November 2010 habe ich bereits auf die Möglichkeit hingewiesen, dass der Euroraum in eine zwei Klassengesellschaft zerfallen könnte - jene Staaten mit guter Bonität behalten den Euro und jene mit schlechter treten aus und bilden den "Neuro".

Ich wurde diesbezüglich heftig kritisiert und diese These wurde in das Reich der Fantasie abgetan - in einem Interview im Stern vom 24.03.2011 antwortete Georgios Papandreou auf folgende Frage des Journalisten "Warum tritt Griechenland nicht aus dem Euro aus und führt die Drachme wieder ein? - GP: "unsere Schulden in Europa würden sich damit faktisch verdoppeln, die Menschen ihr Geld ausser Landes bringen. Die Folgen wären ein zweigeteiltes Europa: die reichen Länder im Norden - und die anderen im Süden. Es wäre eine Katastrophe für Europa und das Ende des Euro".

Was also noch im November als Utopie abgetan wurde, ist jetzt Realität. Griechenland wird seine Schulden nicht zurück zahlen können. Italiens Bonität wird herabgestuft und der Zerfall der Währungseinheit immer wahrscheinlicher. Und in diesem Szenario schwören uns die Politiker und Notenbankexpeten auf die Notwendigkeit ein, dass Griechenland gestützt werden muss damit der Bankensektor nicht zusammenbricht. Ein sogenannter Haircut (also Abschlag) ist damit nicht möglich. Ich halte dieses Argument für falsch und für gefährlich. Wenn Banken auf Grund des höheren Zinssatzes bereit waren Griechenland Anleihen zu kaufen dann müssen sie auch bereit sein das Risko eines Abschlages in Kauf zu nehmen. Die Risikoprämie heißt deswegen Risikoprämie, weil damit auch der mögliche Ausfall abgegolten wird. Eine Risikoprämie zu kassieren, aber dann das Risiko auf den Steuerzahler abzuschieben, ist fatal und falsch. Damit werden die reinigenden Kräfte und damit eine Neurodnung im Bankensektor unmöglich gemacht. Die Zeche dafür werden nicht nur wir, sondern auch unsere Kinder zahlen müssen. In Zukunft wird es heissen: "Weiß doch jedes Kind, dass Banken unsicher sind"