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Donnerstag, 23. Juni 2016

Brot und Spiele - das Wirtschaftssystem der Zukunft?

Letzte Woche war ich am IMD in Laussane und hatte die Möglichkeit mich Stephane Garelli, Professor & Founder des IMD World Competitive Centers und Ralf Boscheck, Lundin Family Professor of Economics and Business Policy, mich auszutauschen. Natürlich stand die BrExit Frage und deren Auswirkung auf Wirtschaft und Politik im Mittelpunkt der Gespräche. Meine Aufmerksamkeit wurde aber jedoch auf etwas ganz anders gelenkt, dessen Auswirkung und Implikationen mir erst nach den Gesprächen im vollen Umfang bewusst wurden.

Auf meine Frage, ob sich Stepahne Garelli eine Wirtschaft ohne Wachstum vorstellen kann, meinte dieser, dass eine gänzliche neue Herausforderung auf uns alle zukommen wird. In Zukunft werden Milliarden Jobs durch die Digitalisierung und Robotik wegfallen. Weder die Politiker noch die Wirtschaft hätten eine Antwort geschweige denn eine Lösung für diese Entwicklung parat. Es wird jedoch unser Verständnis von Wachstum und Arbeitskraft grundlegend verändern.

Ralf Boscheck ging  auf die gleiche Frage spezifischer ein. Eine Null-Wachstumswirtschaft wird kommen, ob wir das wollen oder nicht. Mit eine solcher Wirtschaft wird die Umverteilungsfrage nochmals neugestellt werden müssen. Unsere Ansätze der Besteuerung der Arbeitskraft wird so nicht mehr funktionieren. Wenn jedoch die Arbeitszeiten sich drastisch verkürzen und wesentlich weniger produktive Menschen immer grösser Steuerlasten auf sich nehmen, wird es zu großen Spannungen innerhalb der Gesellschaft kommen und das System zusammenbrechen.

Auf meiner  Rückreise dachte ich über diese Ausssagen und deren Auswirkungen nach. Im alten Rom gab es genau eine solche Wirtschaft. Was für uns die Roboter waren für die Römer die Sklaven,. Diese verrichteten die täglichen Arbeiten. Ab Mittag begab man sich ins Bad und dann in das Closseum. Der Staat sorgte für eine tägliche Mahlzeit (Brot) und Unterhaltung (Spiele). Das Wachstum und der Reichtum kamen aber vor allem von dem militärischen Unternehmungen und Eroberungszügen, die auch für Beschäftigung und Karriere Möglichkeiten sorgten.


Ich meine es zahlt sich aus, sich intensiv mit der Frage, ob ein Wirtschaftssystem ohne Wachstum vorstellbar sei und wenn ja, wie dieses genau  ausschauen könnte, zu beschäftigen. Wie hat Robert Jungk so treffend formuliert: Die Zukunft hat schon begonnen!



Montag, 16. November 2015

13/11 - der Tag an dem sich Euopa veränderte

Der vergangene Freitag wird sich tief in mein Gedächtnis einprägen. Mein Gefühl des Stolzes und der Freude nach 18 anstrengenden Monaten meinen  Master Titel am IMD in Empfang nehmen und mit meinen Studienkollegen feiern zu können, ist kaum beschreibbar. Dementsprechend fröhlich und unbeschwert war meine Stimmung am Freitag Abend.

Desto größer das Entsetzen und die Bestürzung als ich von den Ereignissen in Paris hörte. Meine Freude wechselte unmittelbar in tiefe  Trauer und Anteilnahme. Zugleich kam mir ein Gedanken im Sinn: ab heute werden wir in Europa nicht mehr unbeschwert feiern können! Mir wurde bewusst, dass man Fanatismus, Angst und Terror nicht einfach vor der Tür stehen lassen kann. Nach 9/11 wird sich auch 13/11 tief in mein Gedächtnis einprägen. Europa und seine Politiker werden sich verändern müssen. Wir alle Sind nun gefordert mit der Angst richtig umzugehen und die richtigen Aktionen zu setzen, dass Europa nicht am Terror zerbricht. 

Donnerstag, 2. Juli 2015

GrExit oder wie man gestärkt aus der Krise kommt

Ich studiere derzeit am IMD berufsbegleitend und habe daher auch die Möglichkeit mich mit Professoren wie Carlos Braga, Professor für internationale Politikwissenschaft oder Ralf Boschert, Professor für  Wirtschaftswissenschaft auszutauschen. Es ist sehr interessant, wie diese Experten die Griechenland Krise sehen.

Ich habe schon 2011 in meinem Blog "Man soll keine Euros nach Athen" tragen, auf die Schwierigkeit verwiesen, Griechenland mit weiteren Geldmitteln aus dem Schlamassel zu helfen. Die aktuellen Ereignisse aber auch die Ignoranz  der europäischen Politik, über die Konsequenzen nachzudenken, hat zu einer dramatischen Verschlimmerung der Lage geführt. Meiner Meinung nach wird ein Austritt Griechenlands aus dem Euro immer absehbarer.

Was sind die wesentlichen Merkmale meines Arguments? Es ist, wenn man sich die Geschichte erfolgreicher Sanierungen von Staaten  anschaut, evident, dass Staaten wie auch Firmen nicht allein über Kosteneinsparungen saniert werden können. Wenn ein Saat, wie  Griechenland, keinen Wettbewerbsvorteil  hat und damit seine im Land produzierten Produkte und Dienstleistungen am Weltmarkt  nicht Konkurrenz fähig sind, ist es einfach nicht möglich die Wirtschaftsleistung  durch radikale Senkungen der Ausgabenseite zu stärken. Griechenland aber auch die Troika und vor allem die anderen europäischen Statten, müssten die derzeitige Krise als Chance begreifen, den Euro und damit den Wirtschaftsraum Girechanland zu stärken, in dem sie Griechenland ziehen lassen. Man muss aus einer Krise gestärkt hervorgehen und nicht geschwächt!

Für Griechenland selbst ist meiner Meinung nach ein Austritt aus dem Euro und damit eine Einführung einer eigenen Währung die einzige Möglichkeit gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Nachdem die griechische Industrie nur durch eine massive Abwertung der Währung am Weltmarkt gegenüber China, Asien und Europa reüssieren kann, hilft es nicht durch massive Kosteneinsparungen sie Innennachfrage zu schwächen. Vielmehr müssten die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Griechenland gestärkt und damit die Wirtschaftsleistung angekurbelt werden. Endlose Schlangen von den Bankomaten und die Sorge sein gesamtes Geld zu verlieren sind dafür kein guter Nährboden. 

Sonntag, 1. Februar 2015

Verlieren wir unser Vertrauen in den Euro?

Ich bin  gerade in Lausanne am IMD und absolviere einen weiteren Teil meines  Executives MBA Programmes. Als interessanten Nebeneffekt habe ich auch die Möglichkeit mit dem einem oder anderem Professor für Economics zu diskutieren. Natürlich ist  das Thema  des Tages die Entscheidung der Schweizer-National Bank und die Auswirkungen auf den Euro.

Für  mich war die Entscheidung der Schweizer-Nationalbank  nach drei Jahren die Fixung zwischen Euro und SFR aufzugeben, überraschend aber vorhersehbar. Meine Logik ist, dass je mehr Leute ihr Vertrauen in den Euro verlieren, desto mehr  suchen einen sicheren Hafen wie die Schweiz. Der Druck auf den Euro muss in den letzten Wochen enorm zugenommen haben, dass selbst die Reserven dieser hoch liquiden Bank auf Dauer nicht ausreichen um den Schweizerfranken künstlich niedrig zu halten. Die Frage ist eigentlich, was weiss das Markt, was ich nicht weiß? Warum wollen immer mehr Staaten, Firmen oder Personen keinen Euro mehr?

Die Antwort liegt meiner Meinung nach auf der Hand. In Europa haben wir es verabsäumt mit allen den  Milliarden an Euros, die in den letzten  Jahren in das System gepumpt wurden, nachhaltige Werte zu schaffen. Statt in die Ausbildung unserer Kinder zu investieren, in unsere Infrastruktur und damit die Wettbewerbsfähigkeit unserer Firmen zu verbessern, oder in mehr Forschung und Entwichklung um neue Arbeitsplätze zu schaffen haben, wir marode Banken gestützt und wertlose Anleihen gekauft. Jedoch immer  mehr Leute haben ihre Zweifel und versuchen ihr Geld in Sicherheit zu bringen. Daher kommt diese Entwicklung nicht wirklich überraschend. Die eigentiche Frage, die wir uns stellen müssen. ist, wieviel ist der Euro wirklich noch wert? Mit der Aufwertung des Franken hat die Antwort auf diese Frage an Dringlichkeit zugenommen!

Sonntag, 14. Dezember 2014

stepUP!

Die letzten Wochen waren stressig. Nachdem ich mir einen lang gehegten Wunsch erfüllt und die Schulbank für mein Masterprogramm am IMD drücke, bin ich kaum zum Schreiben gekommen. Gerade jetzt gäbe es genug Themen, angefangen von den aktuellen Entwicklungen rund  um die Hypo Alpe Adria in Kärnten bis hin zur Aufnahme des Yuan als dritte Weltwährung. Anfangs nächsten Jahres werde ich mich diesen Themen wieder im vollem Umfang widmen.  Ende Jänner treffe ich  mich mit führenden chinesischen Unternehmern um über zukünftige Geschäftsmodelle zu sprechen. Freue mich schon auf den Austausch.

Das Jahr möchte ich aber mit einem Aufruf zum Mitmachen beenden. Eine gute Bekannte hat zur Initiative stepUp aufgerufen, sich für nachhaltige Veränderungen  in unserer Gesellschaft aktiv einzusetzen (stepUp Trailer - Click here). Würde mich freuen, wenn viele daran teilnehmen!

Ich wünsche meinen Lesern ein frohes Fest, erholsame Festatge und einen gute Rutsch ins neue Jahr.